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Kyushu — Geheimtipps aus Japans wildem Süden

Kyushu — Geheimtipps aus Japans wildem Süden

LMH Redaktion · 20. März 2026

Fukuoka — Streetfood-Hauptstadt

Fukuoka ist nicht nur das Tor zu Kyushu, sondern auch die inoffizielle Streetfood-Hauptstadt Japans. Abends verwandeln sich die Ufer des Naka-Flusses in eine leuchtende Meile aus Yatai — winzigen Garküchen, die unter Planen Platz für gerade einmal acht Gäste bieten.

Hier muss man Hakata Ramen probieren: eine cremige Tonkotsu-Brühe mit dünnen, festen Nudeln, Chashu-Schweinefleisch und eingelegtem Ingwer. Bestelle unbedingt Kaedama (Nudelnachschlag) — das gehört zum Ritual.

Tagsüber lohnt sich ein Besuch des Ōhori-Parks und des benachbarten Fukuoka-Kunstmuseums sowie ein Spaziergang durch das historische Viertel Hakata Machiya.

Beleuchtete japanische Straße bei Nacht

Fukuokas Yatai-Gassen bei Nacht — hier brodelt es bis Mitternacht

Dampfende Ramen-Schüssel

Hakata Ramen — die Seele Fukuokas in einer Schüssel

Beppu — Dampfende Höllen & heiße Quellen

Beppu an der Ostküste Kyushus ist ein Ort, der buchstäblich dampft. Über 2.800 heiße Quellen machen die Stadt zum produktivsten Onsen-Gebiet Japans — und zum zweitproduktivsten der Welt nach dem Yellowstone.

Die berühmten Jigoku (Höllen) sind acht spektakuläre Thermalquellen, die zum Staunen, aber nicht zum Baden gedacht sind: Das Umi Jigoku leuchtet kobaltblau, das Chinoike Jigoku schimmert blutrot.

Zum Baden empfehlen wir das Hyōtan Onsen — ein traditionelles Bad mit Sandbädern, Dampfbädern und Freiluftbecken mit Blick auf die Berge. Danach: Jigoku-Mushi, in vulkanischem Dampf gegartes Gemüse und Eier.

Japanischer Tempel im Nebel

Dampfschwaden über Beppus heißen Quellen

Japanischer Garten mit Teich

Traditionelle Gartenanlage neben einem Ryokan in Beppu

Kumamoto — Die Burg & der Vulkan

Die Burg Kumamoto, eine der drei berühmtesten Burgen Japans, thront majestätisch über der Stadt. Nach dem verheerenden Erdbeben 2016 wird sie aufwendig restauriert — der Wiederaufbau selbst ist sehenswert und ein Symbol für die Widerstandskraft der Region.

Nur eine Stunde entfernt liegt der Aso, einer der aktivsten Vulkane Japans. Die Caldera des Aso ist mit 25 km Durchmesser eine der größten der Welt. Bei klarem Wetter kannst du bis zum Kraterrand wandern und in den smaragdgrünen Kratersee blicken.

Tipp: Übernachte in einem Kurokawa Onsen-Ryokan in den Bergen — eines der atmosphärischsten Onsen-Dörfer Japans mit moosbedeckten Steinbädern unter freiem Himmel.

Japanische Burganlage

Burg Kumamoto — seit 400 Jahren ein Symbol der Stärke

Berg mit Kirschblüten im Vordergrund

Frühling am Fuße des Vulkans Aso

Yakushima — Urwald aus einer anderen Zeit

Yakushima ist eine Insel, die sich anfühlt wie eine Reise in die Urzeit. Der UNESCO-Welterbe-Regenwald beherbergt die Yakusugi — japanische Zedern, die über 1.000 Jahre alt sind. Der berühmteste Baum, Jōmon Sugi, wird auf 2.000 bis 7.000 Jahre geschätzt.

Die Wanderung zum Jōmon Sugi dauert 8–10 Stunden (hin und zurück) und führt durch moosbedeckte Wälder, die Studio Ghiblis Prinzessin Mononoke inspirierten. Für eine kürzere Route empfehlen wir den Shiratani Unsuikyō-Wanderweg (3–5 Stunden).

Yakushima ist per Fähre oder Flug von Kagoshima aus erreichbar. Pack Regenkleidung ein — die Insel gilt als einer der regenreichsten Orte Japans.

Dichter moosbedeckter Wald

Der uralte Zedernwald von Yakushima — Inspiration für Prinzessin Mononoke

Waldpfad durch grünen Regenwald

Auf dem Weg zum Jōmon Sugi — Stille, Moos und tausend Grüntöne

Nagasaki — Geschichte & Hafenflair

Nagasaki trägt seine Geschichte mit Würde. Der Friedenspark und das Atombomben-Museum sind ein bewegender, wichtiger Besuch — und gleichzeitig ein Bekenntnis zur Hoffnung.

Doch Nagasaki ist weit mehr als seine Vergangenheit. Als einziger Hafen, der während Japans Abschottung (1641–1853) für den Handel mit den Niederlanden und China offen blieb, entwickelte sich eine einzigartige Mischkultur. Das zeigt sich im Essen: Champon (eine kräftige Nudelsupppe mit Meeresfrüchten) und Castella (Biskuitkuchen nach portugiesischem Rezept) sind Nagasaki-Originale.

Abends solltest du unbedingt den Mount Inasa hinauffahren — der Nachtblick über die Bucht zählt zu den drei schönsten Japans.

Japanische Hafenstadt bei Dämmerung

Nagasakis Hafen im Abendlicht — einer der schönsten Nachtblicke Japans

Historische Gebäude in japanischer Hafenstadt

Glover Garden — europäische Architektur mit Blick über die Bucht

Danke fürs Lesen!

Wir hoffen, „Kyushu — Geheimtipps aus Japans wildem Süden" hat dir gefallen. Geschrieben von LMH Redaktion.

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